Welche Zukunft erwartet die Maurer und Strassenbauer Lernenden?

Traditionelle Bauberufe wie Maurer oder Strassenbauer geniessen bei jungen Leuten heute nicht mehr das beste Ansehen: Die handwerklichen Tätigkeiten gelten als veraltet und wenig sicher. Das ist nicht weiter erstaunlich, sind doch in den Medien in jüngster Zeit wiederholt Berichte über das Bauen der Zukunft – mit 3-D-Druckern und Robotern – erschienen. Aber so faszinierend diese Technologien auch sein mögen: Bis heute beschränken sich die konkreten Einsatzmöglichkeiten auf kleine Nischen bzw. auf Forschungsprojekte.

Roboter und 3-D-Drucker kommen aber heute durchaus auch bei grösseren Objekten zum Einsatz. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa der Bau des dreigeschossigen DFAB HOUSE, an dem – neben anderen Partnern – auch die ETH Zürich und die ERNE AG Holzbau beteiligt sind: Was im Rahmen des Projekts NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) der Empa und der Eawag in Dübendorf bei Zürich in die Höhe wächst, wird zu grossen Teilen von Maschinen gefertigt und zusammengefügt. Roboter und 3-D-Drucker produzieren nicht nur die Mauern und die Geschossdecken, sondern bauen auch die eingesetzten Holzelemente zusammen. Aber ohne Menschen geht es natürlich auch auf dieser Baustelle nicht: Insbesondere bei der eingesetzten «Mesh Mould»-Technologie wird zurzeit noch viel Handarbeit benötigt.

FALSCHE ANNAHMEN FÜHREN ZU FALSCHEN SCHLÜSSEN

Bei oberflächlicher Betrachtung könnte der von den Medien geschürte Hype um neue Technologien am Bau durchaus zum Schluss führen, dass der klassische Maurer ein Auslaufmodell ist. Ähnliches gilt für das Berufsbild des Strassenbauers, das ebenfalls unter schwächelnder Popularität leidet: Angesichts der in den Medien kolportierten Vision von Pendlerscharen, die sich schon bald individuell mit Drohnen durch die Lüfte bewegen, könnte man annehmen, dass auch der Strassenbau langfristig keine Zukunft hat. Richtig ist allerdings das Gegenteil: Gerade wegen der technischen Entwicklung sind die Berufsbilder Maurer und Strassenbauer zukunftssicher.

SOLIDE BERUFLICHE BASIS MIT KARRIEREMÖGLICHKEITEN

Maurer gelten zu Recht als Alleskönner am Bau: Nach einer Lehrausbildung beherrschen sie – von der Fundierung über das Hochziehen von Mauern bis hin zum Verputz der Innenwände – sämtliche Arbeitsabläufe des Hochbaus. So könnte ein Maurer theoretisch ein gesamtes Gebäude selbständig erstellen. Beim Berufsbild Strassenbauer sieht es ähnlich aus: Solide ausgebildete Berufsleute können die unterschiedlichsten Tiefbauarbeiten ausführen und mit dem entsprechenden Equipment so gut wie jeden Verkehrsweg selbständig bauen – von der gepflasterten Fussgängerzone bis hin zur Flugzeugpiste.

Beiden Berufen gemeinsam sind die hervorragenden Karrieremöglichkeiten: Ambitionierten Maurern und Strassenbauern stehen Führungspositionen (Vorarbeiter, Polier usw.) ebenso offen wie Spezialisierungen (Bauingenieur usw.) oder der Schritt in die Selbständigkeit. Dank der Durchlässigkeit des Schweizer Ausbildungssystems bieten sich hierzulande die besten Voraussetzungen, um nach einer Berufslehre auch eine höhere Ausbildung in Angriff zu nehmen.

NEUE AUFGABEN FÜR MAURER UND STRASSENBAUER

Ganz egal, in welche Richtung sich der technologische Fortschritt in der Baubranche entwickeln wird: Solide ausgebildete Handwerker werden stets an vorderster Front stehen, diese Entwicklungen massiv beeinflussen und neue Technologien als Erste anwenden können. Selbst wenn Gebäude dereinst tausendfach «gedruckt» werden sollten, braucht es Fachleute, um die entsprechenden Maschinen zu bedienen. Und wer wäre dazu besser geeignet als ein ausgebildeter Maurer, der die Grundprinzipien des Hochbaus kennt?

Auch Strassen, Plätze und Wege müssen weiterhin gebaut und unterhalten werden – selbst wenn die Mehrheit der Pendler dereinst zur Arbeit fliegen sollte oder zu Hause im Homeoffice arbeiten wird (was zweifellos das wahrscheinlichere Szenario ist). Vielleicht werden Strassen künftig nicht mehr asphaltiert, sondern ausschliesslich mit vorgefertigten Elementen erstellt. Aber auch für diese Arbeit bzw. für das Bedienen der entsprechenden Maschinen werden ausgebildete Fachleute benötigt, die wissen, worauf es beim Bau eines Verkehrswegs ankommt. Wer als kompetente und motivierte Fachperson heute auf einer Baustelle arbeitet, wird Tag für Tag mit dem Fortschritt konfrontiert. So bieten sich die besten Chancen, neue Technologien «hands on» kennenzulernen und sich bei Eignung und Neigung entsprechend weiterzubilden.

KEINE ANGST VOR DER ZUKUNFT

Die Vergangenheit hat es bereits mehrfach gezeigt: Der technologische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten – gleichzeitig sind aber technische Entwicklungen oft längst nicht so rasant und radikal wie zunächst befürchtet. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang die Vision des «papierlosen Büros», die seit den 80er-Jahren immer wieder beschwört wird. Tatsache ist, dass im Büroalltag noch nie so viel Papier bedruckt wurde wie heute. Natürlich werden sich in den kommenden Jahren auch die Berufe im Bauwesen verändern – genau wie Jobs in anderen Branchen, die bereits vom digitalen Wandel erfasst worden sind. Im Vordergrund steht für Fachleute der Baubranche in den kommenden Jahren eine engere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Dank einer konsequenten Aufgabenteilung und einer präzisen Koordination wird es möglich sein, die Stärken beider Seiten noch besser zu nutzen: Zum einen die menschliche Kreativität und Erfahrung und zum anderen die Präzision von Robotern, die sich mit Sensoren in jedem Raum exakt positionieren und ihre Arbeit laufend selbst überwachen können. In den Hintergrund treten werden Aspekte wie die menschliche Kraft oder Ausdauer. Aber diese Entwicklung, die übrigens bereits mit den ersten Baumaschinen begonnen hat, wird von den meisten Beteiligen auf der Baustelle sicherlich begrüsst werden.

Unter diesen Gesichtspunkten gibt es auch im Baugewerbe keinen Grund, sich vor der Zukunft zu fürchten. Im Gegenteil: Berufe wie Maurer oder Strassenbauer werden dank neuer Technologien und Hilfsmittel künftig noch interessanter, bedeutend sicherer und körperlich weniger belastend sein. Eine entsprechende Berufslehre ist deshalb auch heute eine solide Investition in die Zukunft. Gleichzeitig wird natürlich auch in diesen Berufen vermehrt Neugierde und Offenheit für Neues gefragt sein. Aber das gilt angesichts der fortschreitenden Digitalisierung zwischenzeitlich ja für (fast) alle Jobs.

Mehr Informationen zur Ausbildung bei ERNE sind hier zu finden:

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