KOCH-AREAL ZÜRICH: WOHNEN, GEWERBE UND PARK AUF 30 000 QUADRATMETERN

Auf der Industriebrache "Koch-Areal" entsteht bis 2026/27 ein völlig neues Quartier mit 350 bezahlbaren Wohnungen für 900 Menschen sowie Gewerberaum. Der Zeitplan ist ambitioniert, die Grossbaustelle verlangt Verlässlichkeit und Kompetenz von allen Partnern.

Neubau Koch-Areal Zürich Visualisierung Hochhaus

Von Besetzungs-Schlagzeilen zum neuen Quartier

Das rund 30 000 Quadratmeter grosse Areal – dies entspricht mehr als vier Fussballfeldern – hat seinen Namen vom ursprünglichen Besitzer, der Handelsfirma Koch Wärme AG. Die Geschichte des Areals ist bewegt: Auflagen zur Bebauung, aber auch Besetzung und Räumung sorgten immer wieder für Schlagzeilen. 2013 kaufte die Stadt Zürich das Gelände und übergab das Grundstück nach einem Konzept-Wettbewerb im Baurecht an die Bauträger Senn Resources AG, die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) sowie die Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1. Nach der Annahme der Abstimmungsvorlage «Gemeinnütziger Wohnbau auf dem Koch-Areal» wurden vier parallele Wettbewerbe durchgeführt. Die Ergebnisse waren gemäss Jury ein zukunftsfähiges Modell für eine qualitativ hochwertige Quartierentwicklung in urbaner Dichte. Die BZO-Anpassung sowie ein privater Gestaltungsplan waren weitere Meilensteine auf dem langen Weg zu der im Frühjahr 2023 erteilten Baubewilligung.

Die Überbauung ist der Nachhaltigkeit verpflichtet und orientiert sich an den Vorgaben «2000-Watt-Areal» und «Minergie-P-Eco». So soll etwa Regenwasser genutzt werden, es gibt eine Holzelement-Fassade, eine vertikale Begrünung sowie PV-Anlagen auf Dächern und an Fassaden. Zudem soll der von Grün Stadt Zürich geplante öffentliche Park das Quartier prägen.

Grossbaustelle verlangt Verlässlichkeit

Bis 2026/27 entstehen bezahlbare Wohnungen für rund 900 Menschen, sowie Gewerberaum mit einer Geschosshöhe von 5,7 Meter und hoher Nutzlast. Ins Auge fallen wird das 85-Meter-Hochhaus. Es zeigt, dass genossenschaftliches Wohnen auch in der Vertikalen funktioniert. Grün Zürich erstellt auf 12 000 Quadratmetern einen Quartierpark, in dessen Mitte die historische Kohlenlagerhalle bestehen bleibt.

Nach der Altlastsanierung folgte Ende 2023 die Grundsteinlegung. Der Zeitplan ist ambitioniert, die Grossbaustelle verlangt Verlässlichkeit und Kompetenz von allen Partnern. Dabei ist vorausschauendes Planen äusserst wichtig. «Als Baumeister ist ERNE auf die pünktliche Lieferung von Plänen und Detailplänen angewiesen», meint Bauleiter Flavio Conti. «Nur so ist ein optimaler Einsatz der Baufachleute sowie der Geräte und Maschinen möglich.» Ziel ist es, bereits drei Wochen im Voraus zu wissen, was an welcher Stelle eingebaut wird. Auch Lieferanten und Subunternehmer werden frühzeitig informiert, so dass sie ihrerseits Lieferungen und Leistungen planen können.

ERNE – Ein wichtiger Partner

Die ERNE Bauunternehmung ist ein wichtiger Player auf dem grossen Areal und übernimmt im Baulos der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) die Verantwortung für

  • Baumeisterarbeiten für das 28-geschossige Hochhaus
  • Baumeisterarbeiten für den angrenzenden Zeilenbau mit Lebensmittelgeschäft und grosser Sockel-Terrasse

Die Aufgaben umfassen Betonarbeiten, das Versetzen der gelieferten Treppen-, Brüstungs- und Fassadenelemente und das Erstellen der Mauerwerke. Ebenso zeichnet ERNE verantwortlich für die Stahlbauarbeiten auf der Tiefgaragendecke, die Bestandteil der Sockel-Terrasse mit Gemeinschaftsräumen sind.

Ein Gebäude mit 28 Stockwerken bringt Herausforderungen mit sich. Alle Abläufe müssen exakt geplant werden. Elementbauten unterstützen einen schnellen Baufortschritt, wobei die Anlieferung just in time und die Verbauung zeitnah erfolgt. «Zeit ist in unserem Metier immer knapp», weiss Bauleiter Flavio Conti. «Wenn wir auf jeder Etage einen Tag einsparen können, ergibt dies bei einem Hochhaus wie hier auf dem Koch-Areal ein Zeitgewinn von einem Monat.»

Moderne Ästhetik mit viel Sichtbeton

Sämtliche Decken im Hochhaus sowie alle Treppen werden in Sichtbeton Typ 4, der anspruchsvollsten Kategorie, erstellt. Sichtbeton ist ein Naturprodukt und ein schönes Resultat ist immer von vielen Faktoren abhängig. Es kommt auf den Sand, den Zement, die Gesteinskörner aber auch auf die Schalung an. Sie darf keine Löcher aufweisen. Nur so kann ein «Auslaufen» verhindert werden. ERNE fertigt die Schalungen vor Ort. Die Details der Arbeiten werden genauestens geplant, Arbeitsfugen und Schalungsstösse im Detail festgelegt. Auch bei der Ausführung ist höchste Sorgfalt geboten. Es geht also gleich drei Mal um hohe Anforderungen: beim Material, der Schalung und beim Know-how fürs Einbringen des Betons.

Eine weitere Herausforderung ist das Versetzen der Fassadenelemente. Die vorgefertigten Betonelemente müssen mit dem Kran zwischen Gebäude und Gerüst versetzt werden. Um sie «unverletzt» und präzise zu platzieren, braucht es viel Fingerspitzengefühl.

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